Prinzenviertel

    Baujahr: 1997 – 2010

    • Landeswettbewerb für Wohnungsbau in Bayern 1997
      Prinz-Franz-Straße 10-14 „Blaues Haus“
      Ebe & Ebe Architekten, München
    • Architekturpreis Zukunft Wohnen 2005
      Kronprinz-Rupprecht-Straße 15
      Architekten Beyer+Dier, Ingolstadt
    • Bayerischer Wohnungsbaupreis 2005
      Wohnumfeld Prinz-Heinrich-Straße 2-8
      Ebe & Ebe Architekten München, Ökoplan Kösching
    • Anerkennung Bayerischer Wohnungsbaupreis 2005
      Innenhofgestaltung Kronprinz-Rupprecht-Straße 15
      Architekten Beyer+Dier, Ingolstadt

    Objektbeschreibung

    Alt und Neu – Modernisierung und Nachverdichtung im Prinzenviertel
    Biegt man von der Münchener Straße südlich des Ingolstädter Hauptbahnhofs in eine der kleinen Seitenstraßen ein, wird man nach wenigen Schritten von einem Feuerwerk an Farben umfangen: Terracottarot, azurblau, grasgrün, … . Keine Frage, das in die Jahre gekommene Prinzenviertel erhielt eine Verjüngungskur. Das in den 20er Jahren erbaute Quartier war die erste Arbeitersiedlung vor den Toren der Garnisonsstadt als Antwort auf die Wohnungsnot und die menschenunwürdigen  Wohnverhältnisse vor allem der „kleinen Leute“. Die damals fortschrittliche Siedlung wies 70 Jahre später aber Defizite auf. Eine Veränderung war notwendig.

    Die Modernisierung
    Die günstige Lage am Hauptbahnhof und die hohe städtebauliche und architektonische Qualität ließ die Siedlung Ende der 80er Jahre zu einem begehrten Objekt werden. Um den Mietern das drohende Schicksal der Vertreibung durch Umwandlung in Eigentumswohnungen zu ersparen, beschloss der Stadtrat 1989 die Siedlung zu kaufen und zu sanieren. Die Gemeinnützige Wohnungsbau-Gesellschaft Ingolstadt GmbH ging dabei behutsam vor und erlangte das Vertrauen der Mieter durch umfangreiche Informationen und den Plan, sozialverträglich und kostensparend zu modernisieren. Größe, Zuschnitt und Ausstattung der Wohnungen wurden verändert, die Elektroinstallationen, Sanitäreinrichtungen und Heizungen den heutigen ökologischen Anforderungen angepasst und die Innenhöfe neu gestaltet. 

    Die Neubauten
    Die großzügigen Grünflächen im Inneren der Blockstruktur des Quartiers waren vor Beginn der Quartierssanierung zu „wilden“ Parkierungsflächen verkommen, die Kleingärten wurden kaum mehr nachgefragt, einsame Teppichklopfstangen und improvisierte Sitzgruppen zeugten als trauriger Rest vom früher sehr lebendigen Nachbarschaftsleben. Der südlichste Teil des Viertels bot Raum für eine Aufwertung durch eine Nachverdichtung mit modernen Wohngebäuden. Die Gesellschaft wollte dort neben 2-Zimmerwohnungen für Umsetzer aus den zur Modernisierung anstehenden Häusern vor allem die Bedürfnisse von Familien mit Kindern berücksichtigen, um das vorherrschende Angebot an Kleinwohnungen in den modernisierten Altbauten sinnvoll zu ergänzen.